Hat Facebook nun nichts oder alles falsch gemacht?

Hat Facebook nun nichts oder alles falsch gemacht?

Facebook verdrängt die Presse als dritte Macht im Staat

Noch wenige Wochen bis die DSGVO in Kraft tritt und spätestens seit letzten Freitag haben wir ein weiteres Beispiel, das uns zeigt wie wichtig der Datenschutz für uns Menschen ist und welches Vertrauen uns Kunden aussprechen indem sie unsere Angebote nutzen. Das Geschäftsmodell von Facebook ist und war schon immer Werbung. Dies bedeutet mit jedem Seitenaufruf den Sie innerhalb von FB machen kann FB mehr Anzeigen platzieren und verdient folglich mehr Geld. Schon vor 10 Jahren haben wir immer wieder diskutiert und darüber philosophiert wie FB nur ein Ziel verfolgen muss.  Nämlich sich der Frage zu stellen wie bewegen wir unsere Nutzer dazu möglichst viele Seiten innerhalb von Facebook zu öffnen. Dieses Vorgehen und Anpassen sowie die Vorauswahl von Inhalten für Nutzer hat diesen  “Datenmißbrauch” erst  Schritt für Schritt ermöglicht. Passend zur aktuellen Situation haben wir einen Beitrag von Rechtsanwalt Cornelius Matutis (Datenschutzrecht) den wir auf diesem Weg  mit Ihnen teilen wollen.

Facebook betreibt mit Hilfe personenbezogener Daten manipulative Werbung und umgeht im großen Stil die echte Meinungsbildung. Aus Panik könnte nun der Gesetzgeber eine Zensur einführen, die es in einer Demokratie aber nicht geben darf.

In unserer Demokratie findet ein Prozess statt, der die Meinungsmacher der neuen Medien  an die Spitze der Nachrichteninformation stellt. Durch diesen Prozess verdrängen soziale Medien die Presse als dritte Macht im Staat. Rechtlich ist dies sogar zulässig.

Den neuerlichen „Datenmissbrauch“ muss Facebook weder bedauern, noch muss das Geschäftsmodell geändert werden. Im Rahmen der Nutzungsbedingungen und der Datenschutzerklärung und innerhalb der in Europa geltenden datenschutzrechtlichen Regelungen war alles ordnungsgemäß. Davon abgesehen fand der eigentliche Missbrauch nicht durch Facebook, sondern durch Cambridge Analytica statt.

Der Nutzer wird durch Facebook manipuliert. Und er hat es so gewollt. Rechtsanwalt Matutis: „Es immer wieder „deprimierend“ wie wenig sich Nutzer mit den Regelungen, welche den kompletten Rahmen einer Geschäftsbeziehung vorgeben, auseinandersetzen. Facebook erhebt doch nicht versteckt die Daten.“

Ändert sich etwas durch die DSGVO? Die am 25. Mai anstehende Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung sollte von den Unternehmen genutzt werden um festzustellen, inwiefern diese sich selbst zum Spielball von politischen Demagogen machen. Jedes Unternehmen kann selbst entscheiden, für welche Art von Werbung es personenbezogene Daten (wenn auch nur anonymisiert) zur Nutzung freigibt. RA Matutis: „Mein Appell ist daher hier nicht der Ruf nach mehr Staat und der damit verbundenen Zensur, sondern der Weg zur politischen Neutralität der großen Unternehmen im Bereich der sozialen Medien.“

Den gesamten Beitrag zum Datenskandal bei Facebook  von RA Cornelius Matutis finden Sie auch auf seiner Website unter dem folgenden Link Über RA Cornelius Matutis Jahrgang 1974, seit 2002 als Rechtsanwalt zugelassen. Studium der Rechtswissenschaften in Frankfurt/Oder und Berlin mit den Schwerpunkten Gesellschaftsrecht, Wirtschaftsrecht und Datenschutzrecht. Seit 2007 Vorstandsvorsitzender der Interessenvertretung des Onlinehandels e.V. und seit 2013 Fachanwalt für gewerblichen Rechtschutz



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